• 04.10.2022
      21:45 Uhr
      Lula oder Bolsonaro, das Duell Frankreich 2022 | arte
       

      Bolsonaro gegen Lula da Silva: Im Oktober 2022 wird es bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien zum historischen Showdown zwischen zwei Männern kommen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und das amtierende Staatsoberhaupt Jair Bolsonaro führen einen gnadenlosen Wahlkampf um die Stimmen der Arbeiterklasse, die jegliches Vertrauen in die Elite verloren hat. Der Gewinner wird ein gespaltenes Land regieren, dessen fragile Demokratie jeden Augenblick zu zerbrechen droht.

      Dienstag, 04.10.22
      21:45 - 22:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Bolsonaro gegen Lula da Silva: Im Oktober 2022 wird es bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien zum historischen Showdown zwischen zwei Männern kommen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und das amtierende Staatsoberhaupt Jair Bolsonaro führen einen gnadenlosen Wahlkampf um die Stimmen der Arbeiterklasse, die jegliches Vertrauen in die Elite verloren hat. Der Gewinner wird ein gespaltenes Land regieren, dessen fragile Demokratie jeden Augenblick zu zerbrechen droht.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Vincent Rimbaux

      Im Jahr 2018 befand sich Lula wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis und durfte nicht zu den Präsidentschaftswahlen antreten, was dem rechtspopulistischen Kandidaten Bolsonaro dabei half, an die Macht zu kommen. Seither hat das Oberste Gericht Lulas Haftstrafe aufgehoben. So konnte er sich 2022 erneut zur Wahl aufstellen. Laut Umfragen gilt er bislang als Favorit, aber das Land ist zutiefst gespalten. In den vier Monaten vor der Wahl dokumentiert die Dokumentation die Kampagnen und beleuchtet den Werdegang der beiden Kandidaten, deren Visionen gegensätzlicher nicht sein könnten: Kampf der Arbeiterklasse für Lula und die Geschichte wirtschaftlich schlecht gestellter Weißer, die sich nach der Diktatur zurücksehnen, für Bolsonaro.

      Bolsonaro hat für seinen Sieg zwei Asse im Ärmel: den Nationalismus und die Religion. Er bedankte sich bei all jenen, die ihm 2018 zum Sieg verholfen hatten: die evangelikale Gemeinde, das Militär und die Großgrundbesitzer, die auf Land im Amazonasgebiet schielen. Sein Motto: In vier Jahren alles zerstören, um besser regieren zu können.

      Genau das prangert Lula in seinem Wahlkampf an. Unter anderem die 40 Millionen armen Menschen in der Região Nordeste hatten die Hoffnung, es aus der Armut zu schaffen. Deren Kinder konnten dank Lula Universitäten besuchen: Für sie war der soziale Abstieg nun umso brutaler.
      Bolsonaro wiederum attackiert in kriegerischem Tonfall das Wahlsystem und spricht vor verblüfften und besorgten ausländischen Botschafterinnen und Botschaftern bereits jetzt von Wahlmanipulation. Wie werden sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden? Und wie stark ist Brasiliens Demokratie gefährdet?

      Brasilien steht in einem Superwahljahr und alles scheint auf das Duell zwischen dem ehemaligen Präsidenten Lula da Silva (Arbeiterpartei PT) und Amtsinhaber Jair Bolsonaro (Liberale Partei PL) hinauszulaufen, der ein zweites Mandat anstrebt. Neben den Präsidentschaftswahlen finden im Herbst auch noch die Parlaments- und Gouverneurswahlen statt. Der Themenabend untersucht kurz nach dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen Anfang Oktober in der aktuellen Dokumentation "Lula oder Bolsonaro, das Duell" von Vincent Rimbaux die Wahlkampfstrategie der beiden Spitzenkandidaten Lula und Bolsonaro, die sich aller Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl stellen werden. Ein Wahlduell, das entscheiden wird, welche Richtung Brasilien in den kommenden Jahren einschlägt. Ein Land, das durch die Corona-Pandemie gebeutelt ist und dessen Demokratie immer wieder auf harte Proben gestellt wurde. Da wundert es auch nicht, dass der amtierende Präsident Jair Bolsonaro bereits angekündigt hat, im Falle einer Niederlage die Wahlergebnisse nicht anzuerkennen.

      Der Dokumentarfilm "Brasilien und der Fall Lula da Silva - Anatomie eines Politskandals" der brasilianischen Filmemacherin Maria Ramos taucht anschließend tief ein in die politischen Skandale Brasiliens und nimmt den verzweifelten Kampf der letzten freien Presseorgane gegen Korruption und für mehr Demokratie unter die Lupe. Der Film entblättert Stück für Stück die Korruptionsgeschichte des Landes. Zahlreiche Polit-Größen, die sich bisher nie öffentlich zum Korruptionssystem geäußert haben, zeigen die Schwächen des Systems und mögliche Zukunftsszenarien.

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