• 09.12.2021
      22:10 Uhr
      artour Das Kulturmagazin des MDR | MDR FERNSEHEN
       

      Themen:

      • Erinnerungen an Frauenpower in der DDR
      • Bisher unveröffentlichter Roman Stefan Heyms zum 20. Todestag
      • Mein Opa Wolfgang Winkler
      • Verabschiedung unserer Moderatorin Evelyn Fischer
      • Kulturkalender

      Donnerstag, 09.12.21
      22:10 - 22:40 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Erinnerungen an Frauenpower in der DDR
      • Bisher unveröffentlichter Roman Stefan Heyms zum 20. Todestag
      • Mein Opa Wolfgang Winkler
      • Verabschiedung unserer Moderatorin Evelyn Fischer
      • Kulturkalender

       
      • Erinnerungen an Frauenpower in der DDR

      Frauen können alles sein: Hexen, Diven, Femmes fatales - Wesen mit starken Charakteren. Doch in der DDR wurde Weiblichkeit konform gedacht. Um diese Starre aufzubrechen, begann sich Anfang der 80er Jahre eine Gruppe junger Frauen regelmäßig zu treffen. Nicht in Ost-Berlin, sondern in Thüringen, in Erfurt. Ihr Ziel: Sich selbst zu erfahren, mit den Mitteln der Kunst. Jenseits traditioneller Rollenbilder und jenseits staatlicher Erlaubnis. Sie wurden von der Stasi beobachtet und ihre Auftritte häufig verboten. Doch ihre Lust an Freiheit und Experiment war größer. Gabriele Stötzer, Gründerin der Künstlerinnengruppe, beschreibt es so: „Wir haben es genossen, nicht so langweilig zu sein wie der ganze Osten." Ihr Medium war der Film. So realisierten sie fünf Super 8 Filme mit Titeln wie „Die Geister berühren", oder "Frauenträume". Nun sind diese Filme erstmals in einer Ausstellung zu sehen: „Hosen haben Röcke an. Die Künstlerinnengruppe Erfurt". Zusammen mit Fotos aus der Zeit, selbstgeschneiderten Kostümen und dem versteckten Highlight der Schau: Tonaufnahmen der Band „Erweiterter Orgasmus". Aus der von der Künstlerin Gabriele Stötzer angeführten Gruppe ging nach 1994 das Kunsthaus Erfurt hervor, das bis heute existiert. artour spricht mit Gabriele Stötzer und der heutigen Leiterin des Erfurter Kunsthauses, Monique Förster, auch eine Künstlerin des Erfurter Künstlerinnenkollektivs.

      • Bisher unveröffentlichter Roman Stefan Heyms zum 20. Todestag

      Als er vor 20 Jahren starb, am 16. Dezember, nannte man ihn „das Gewissen des Jahrhunderts": Stefan Heym. Zeit seines Lebens streitbarer Publizist, einer der meistgelesenen Autoren in Ost und West, einer der schärfsten Kritiker der DDR und, nach 1989, auch der Wiedervereinigung. Seine Bücher erschienen in der ganzen Welt; die meisten von ihnen schrieb er zunächst in englischer Sprache. Als Kind einer jüdischen Familie, musste Heym seine Geburtsstadt Chemnitz bereits 1931 verlassen, er kam über Berlin und Prag in die USA, wo er studierte und in die Armee eintrat. Dort schrieb er auch seine ersten Romane, die erst viel später übersetzt und in Deutschland veröffentlicht wurden. Ein Werk fiel dabei unter den Tisch und geriet in Vergessenheit: „Of smiling Peace". Unter dem Titel „Flammender Frieden" erscheint es jetzt erstmals auf Deutsch und bildet den Abschluss einer neuen Werkausgabe in 28 Bänden.

      Das Buch, ein Vorläufer von Heyms späterem Weltbesteller „Kreuzfahrer von heute", ist ein mitreißender Kriegsroman und von irritierender Aktualität. Vor dem Hintergrund der Invasion der Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs stellt Heym sich die großen moralischen und philosophischen Fragen: Wie weit darf man mit Faschisten Kompromisse schließen, wenn man Demokratie will? Lässt sich Demokratie in Staaten exportieren, deren Gesellschaften ganz anders funktionieren als die amerikanische?
      artour spricht mit Heyms Lektorin Linda Waltz über die Hintergründe der Entdeckung dieses Werkes und trifft den Schauspieler Robert Stadlober, der Stefan Heyms Jugendgedichte jetzt erstmals vertont hat.

      • Mein Opa Wolfgang Winkler

      Die TV-Serien „Polizeiruf 110“ und „Rentnercops“ machten den Schauspieler Wolfgang Winkler bundesweit bekannt. Über mehrere Jahre hinweg verkörperte er den bodenständigen und humorvollen Kommissar. Seine große Leidenschaft waren die vielfältigen Rollen am Theater. Zu DDR-Zeiten erarbeitete er sich in Halle den Ruf als Star der Provinz, dem der Schritt auf die großen Bühnen in Berlin verwehrt blieb. Privat erlebte er viele Höhen und Tiefen. Abseits der oft erzählten Geschichten will dieser Film eine persönliche Spurensuche sein - zwischen Ruhm, Stasi und Alkoholismus des beliebten Schauspielers. Die Reise des Enkels in die Geschichte des Großvaters. Ein Programmhinweis auf einen Film aus der Reihe „Lebensläufe“.

      • Verabschiedung unserer Moderatorin

      Evelyn Fischer, damals jüngste Professorin an der Leipziger Musikhochschule, bekommt 1997 das Angeb

      ot, als Moderatorin das MDR Kulturmagazin „artour" zu moderieren. Obwohl sie sich das eigentlich nicht vorstellen konnte, nimmt sie an. Am 09.12.2021 wird sie ihre letzte Sendung „artour" moderieren. Das sind 24 Jahre. Ein Rückblick.

      Kulturkalender:

      • Ausstellung "Pest. Eine Seuche verändert die Welt", Wittenberg, Augusteum bis 20.02.22
      • "La Boheme", Staatstheater Meiningen, Regiedebüt von Markus Lüpertz, Premiere am 10.12., weitere Vorstellungen 12. & 19.12.2021
      • Bildband "Abenteuer Platte", Harald Kirschner zeigt Fotografien aus Leipzig Grünau

      "artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen. Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.

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