• 28.07.2022
      14:10 Uhr
      die nordstory die nordstory - An den Ufern der Großstadt | NDR Fernsehen
       

      Wasser hat die Handelsstadt Hamburg groß und reich gemacht, der Hafen steht für die historisch wirtschaftliche Bedeutung der Freien und Hansestadt, die Alster eher für das angenehme Leben, das aus der wirtschaftlichen Potenz resultiert. Viele der Kanäle sind als Arbeitswege überholt, sind heute Schmuckstücke der Stadt. Großstädtisches Leben in all seinen Spielarten hat sich dort angesiedelt: Hausbootkolonien, Büroschiffe und schwimmende Veranstaltungshallen. Die nordstory ist unterwegs auf einem Törn an den vielfältigen Wasserseiten Hamburgs, an den Ufern der Gewässer in der Großstadt.

      Donnerstag, 28.07.22
      14:10 - 15:10 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Wasser hat die Handelsstadt Hamburg groß und reich gemacht, der Hafen steht für die historisch wirtschaftliche Bedeutung der Freien und Hansestadt, die Alster eher für das angenehme Leben, das aus der wirtschaftlichen Potenz resultiert. Viele der Kanäle sind als Arbeitswege überholt, sind heute Schmuckstücke der Stadt. Großstädtisches Leben in all seinen Spielarten hat sich dort angesiedelt: Hausbootkolonien, Büroschiffe und schwimmende Veranstaltungshallen. Die nordstory ist unterwegs auf einem Törn an den vielfältigen Wasserseiten Hamburgs, an den Ufern der Gewässer in der Großstadt.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Birgit Schanzen
      Produktion Andy Kaminski
      Autor Jan Peter Gehrckens

      Die nordstory ist unterwegs auf einem Törn an den vielfältigen Wasserseiten Hamburgs, an den Ufern der Gewässer in der Großstadt.

      Mit einem Sprung verschwindet Manfred Winkler in den kühlen Fluten des Eilbekkanals. Schon vor Jahren haben er und sein Mann Martin Müller-Wolff dem Festland Tschüss gesagt, sie haben ihr Haus verkauft und als "Pioniere" einen der begehrten Hausbootplätze im Eilbekkanal in der Ausschreibung gewonnen. Das Boot haben der Polizist und der Jachtdesigner größtenteils selbst gebaut und über die Jahre ökologisch klug perfektioniert. Inzwischen gehört dem Paar zudem die "Lore": ein in der City Süd schwimmendes ökologisches Büroschiff mit 14 Arbeitsplätzen. Architekten, Designer, Denker, Kreative und ein Nahrungsmittelerfinder arbeiten da in lockerer Bürogemeinschaft auf dem Wasser an dem, was sich vielleicht in der Zukunft bewegen wird.

      Wasser hat die Handelsstadt Hamburg groß und reich gemacht, der Hafen steht für die historisch wirtschaftliche Bedeutung der Freien und Hansestadt, die Alster eher für das angenehme Leben, das aus der wirtschaftlichen Potenz resultiert. Viele der Kanäle sind als Arbeitswege überholt, sind heute Schmuckstücke der Stadt. Großstädtisches Leben in all seinen Spielarten hat sich dort angesiedelt: Hausbootkolonien, Büroschiffe und schwimmende Veranstaltungshallen, Kirchen und Theater auf dem Wasser, sie haben ihre Wellennischen in Hamburg gefunden. Die Pontons haben sich von Arbeitsflächen zu Freizeittreffpunkten am Wasser entwickelt. Der Hafen, an dem früher nur gearbeitet wurde, hat sich zur Attraktion gewandelt, zum Touristenhotspot.

      Auf dem ehemaligen "weißen Schwan der Südsee", dem Museumsfrachtschiff "Cap San Diego", dessen schöne Silhouette längst zum Wahrzeichen des Hamburger Hafens wurde, führt Ann-Kathrin Cornelius das Kommando. Sie ist die Managerin des historischen Stückgutschiffes mit Hotelkojen und kümmert sich gemeinsam mit vielen Freiwilligen um den Erhalt des maritimen Erbes an der Überseebrücke. Ein Leben ohne die Elbe ist für sie unvorstellbar.

      Gegenüber im Kutterhafen von Finkenwerder ist Sabine Eisbrenner ebenfalls dem Fluss und seiner Bewegung verfallen: Sie hat einen alten Elbbagger aus den 1950er-Jahren restauriert und golden lackiert. Ihr Traum strahlt jetzt als Kulturbagger und Kunstort weit über seinen Liegeplatz hinaus.

      Jan Oliver Sailers Augen leuchten, wenn er von seiner Leidenschaft spricht: Gemeinsam mit seinem Partner Michael Oehmcke betreibt er eine kleine Hafenanlage im Diamantgraben an der Süderelbe. Die beiden bauen Hausboote wie sie sie sich erträumen: ökologisch, schön und beweglich. Der Prototyp ist gerade in der Entstehung. Als sich die beiden im Hafen kennenlernten, war der Kurs klar für sie. Kritiker erklären sie aufgrund ihres neuesten Projektes für verrückt: Sie retten die ausgedienten Rettungsboote von den Kreuzfahrtschiffen der AIDA-Linie vor dem Schreddern und wollen sie zu hochseetauglichen Hausbooten umbauen. Ein bisschen Wahnsinn anstelle gediegener hanseatischer Hafenhandelsmentalität.

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