Auf die harte Tour muss die Französin Thérèse lernen, dass man 1944 im Nazi-besetzten Frankreich politisch Stellung beziehen muss. - Authentisch fängt Regisseur René Clément mit seinem Kriegsmelodram den Zeitgeist ein und schildert pointiert die Politisierung einer durch den Krieg auf sich gestellten Frau, gespielt von Charakterdarstellerin Simone Signoret.
Auf die harte Tour muss die Französin Thérèse lernen, dass man 1944 im Nazi-besetzten Frankreich politisch Stellung beziehen muss. - Authentisch fängt Regisseur René Clément mit seinem Kriegsmelodram den Zeitgeist ein und schildert pointiert die Politisierung einer durch den Krieg auf sich gestellten Frau, gespielt von Charakterdarstellerin Simone Signoret.
Stab und Besetzung
Antoine | Michel Piccoli |
Thérèse Dutheil | Simone Signoret |
Allan Morley | Stuart Whitman |
Agathe Dutheil | Geneviève Page |
Pat Riley | Billy Kearns |
Divisionskommissar Marboz | Pierre Dux |
Gestapo-Mann | Reggie Nalder |
Inspektor Lerat | Marcel Bozzuffi |
Legendre | Henri Virlogeux |
Major Gordon | Carl Studer |
Jasseron | Hubert de Lapparent |
Lucie | Colette Castel |
Kassiererin in der Apotheke | Yvette Etiévant |
Regie | René Clément |
Drehbuch | André Barret |
Kamera | Henri Decaë |
Auf die harte Tour lernt die Französin Thérèse, dass man 1944 im von den Nationalsozialisten besetzten Frankreich politisch Stellung beziehen muss. Für ihre Ignoranz und Undankbarkeit fängt sie sich eine Ohrfeige von einem Beamten ein. Durch eine Mitfahrgelegenheit nach Paris kommt der Stein ins Rollen: Thérèse trifft auf alliierte Piloten, die von den Deutschen gesucht werden, und wird unverhofft zur Fluchthelferin.
Unter ihnen ist der Amerikaner Allan Morley, den Thérèse in eine Apotheke begleitet, wo im Hinterzimmer Mitglieder des geheimen Résistance-Netzwerks versteckt werden. Doch dort ist einfach kein Platz mehr für Allan. Thérèse wird gebeten, ihn vorübergehend aufzunehmen. Sie sträubt sich zunächst, da sie das Risiko scheut, sich politisch angreifbar zu machen, knickt aber schließlich ein.
Neben Querelen mit ihrer raffgierigen Schwägerin Agathe, die Handel mit den Deutschen treibt, muss Thérèse sich - seit ihr Mann in Kriegsgefangenschaft ist - allein um ihre beiden Kinder kümmern. Mit dem charmanten Allan kann sie alles für einen Moment vergessen: Wenn sie zusammen sind und bei Kerzenschein zu Abend essen, ertönt Musik. Doch das Glück ist nicht von langer Dauer, denn die Gestapo ist dem organisierten Widerstand auf den Fersen und zwingt Thérèse und Allan in die Flucht.
Glaubwürdig fängt Regisseur René Clément mit seinem Kriegsmelodram „Nacht der Erfüllung“ die Zeit im besetzten Frankreich ein und schildert pointiert die Politisierung einer durch den Krieg auf sich allein gestellten Frau. Damit geht der Film weit über die bloße Liebesgeschichte zwischen Thérèse und Allan hinaus und zeichnet den Bogen vom Privaten ins Politsche.
Regisseur René Clément (1913-1996) zählt mit Werken wie „Schienenschlacht“ (1946), „Verbotene Spiele“ (1952) oder „Brennt Paris?“ (1966), in denen ebenfalls der Einmarsch der Deutschen in Frankreich thematisiert wird, zu den wichtigsten und innovativsten französischen Filmemachern der Nachkriegszeit. Gewürdigt wurde sein Schaffen unter anderem vielfach in Cannes sowie in Venedig mit dem Goldenen Löwen (1952) und bei den Oscars (1953).
programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 01.04.2023