• 15.08.2022
      00:25 Uhr
      Luigi Nono: "Intolleranza" Salzburger Festspiele 2021 | arte
       

      „Intolleranza 1960“ von Luigi Nono ist eine Oper, die sehr viele Fragen aufwirft. Ist dieses enorm politische Musiktheater überhaupt eine Oper? Ein überwältigendes Werk mit Gesang, Orchester, Elektronik, Tanz und Licht, das bei seiner Uraufführung in Venedig Tumulte auslöste. Die Salzburger Festspiele 2021 brachten eine Neuinszenierung auf die Bühne. Jan Lauwers führt Regie, entwirft Bühnenbild und Video. Ingo Metzmacher dirigiert die Wiener Philharmoniker, Sean Panikkar und Sarah Maria Sun übernehmen die Hauptrollen.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 15.08.22
      00:25 - 01:50 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      VPS 00:20
      Original mit Untertitel Stereo

      „Intolleranza 1960“ von Luigi Nono ist eine Oper, die sehr viele Fragen aufwirft. Ist dieses enorm politische Musiktheater überhaupt eine Oper? Ein überwältigendes Werk mit Gesang, Orchester, Elektronik, Tanz und Licht, das bei seiner Uraufführung in Venedig Tumulte auslöste. Die Salzburger Festspiele 2021 brachten eine Neuinszenierung auf die Bühne. Jan Lauwers führt Regie, entwirft Bühnenbild und Video. Ingo Metzmacher dirigiert die Wiener Philharmoniker, Sean Panikkar und Sarah Maria Sun übernehmen die Hauptrollen.

       

      „Intolleranza 1960“ von Luigi Nono ist eine Oper, die sehr viele Fragen aufwirft. Der 1924 geborene Italiener Luigi Nono war Schwiegersohn von Arnold Schönberg und lehnte die Bezeichnung Oper strikt ab. Er nannte sein erstes Musiktheater „szenische Aktion“: Wort, Bild, Handlung, Gesang, Orchester, Bühnen- und Zuschauerraum sollten gleichermaßen einbezogen werden. Für eine Neuinszenierung ist der preisgekrönte Belgier Jan Lauwers erste Wahl. Er ist in Personalunion für Regie, Choreographie, Bühnenbild und Video verantwortlich.

      Die Uraufführung im Teatro la Fenice in Venedig war 1961 ein Skandal: Stinkbomben, Pfiffe und der Vorwurf italienischer Neo-Faschisten, „Intolleranza“ sei eine primitive Verherrlichung des Kommunismus. Doch am Ende überwogen Bravo-Rufe und Komparsen trugen Nono und Dirigent Bruno Maderna auf ihren Schultern.

      Nono war Kommunist, seine komplexe Textcollage ist mit kommunistischer Kulturpolitik aber vollkommen unvereinbar: Er verarbeitet Gedichte von Bertolt Brecht, Angelo Maria Ripellino und Jean-Paul Sartre und vermischt sie mit politischen Parolen, Ausschnitten aus Verhören der Nazis und der französischen Polizei im Algerienkrieg. Ein volksnahes Stück mit Agitationsliedern ist das genaue Gegenteil.

      Ein namenloser Auswanderer kehrt in die Heimat zurück, gerät in eine Demonstration, wird unschuldig festgenommen, gefoltert und in ein Konzentrationslager gebracht. Ihm gelingt die Flucht, doch das Schicksal schlägt als Flutwelle zu, die eine humanitäre Katastrophe auslöst. Die weltweit anhaltende Unterdrückung politisch Andersdenkender und die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 verleihen dem 60 Jahre alten Werk auch heute Aktualität.

      Aufzeichnung vom 20. August 2021 in der Felsenreitschule Salzburg.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 15.08.22
      00:25 - 01:50 Uhr (85 Min.)
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      Original mit Untertitel Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 06.12.2022