• 05.07.2022
      21:50 Uhr
      Pestizide: Europas zynischer Giftexport Frankreich/Brasilien 2022 | arte
       

      Der investigative Dokumentarfilm geht dem Umgang mit Pestiziden nach, die in Europa verboten sind und in Länder exportiert werden, in denen ihr Einsatz trotz hoher Schadwirkung erlaubt ist - vor allem nach Brasilien. Von hier aus werden die Rückstände der Gifte in Orangen, Kaffee und Soja wieder zurück nach Europa geschickt. Dagegen unternommen wird nichts. Warum erlaubt die EU den lukrativen Export von in Europa verbotenen Pestiziden in Schwellenländer?

      Dienstag, 05.07.22
      21:50 - 23:15 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

      Der investigative Dokumentarfilm geht dem Umgang mit Pestiziden nach, die in Europa verboten sind und in Länder exportiert werden, in denen ihr Einsatz trotz hoher Schadwirkung erlaubt ist - vor allem nach Brasilien. Von hier aus werden die Rückstände der Gifte in Orangen, Kaffee und Soja wieder zurück nach Europa geschickt. Dagegen unternommen wird nichts. Warum erlaubt die EU den lukrativen Export von in Europa verbotenen Pestiziden in Schwellenländer?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Stenka Quillet

      Der Dokumentarfilm geht einem wenig beleuchteten Wirtschaftskreislauf auf den Grund: Deutschland, das sich zunehmend gegen Umweltgifte sperrt, ist noch immer der wichtigste Importeur von brasilianischem Kaffee voller Pestizidrückstände. In ganz Europa trinken die Menschen Orangensaft, der aus stark belasteten Früchten aus Brasilien gewonnen wird. Und diejenigen, die in Südamerika die Gifte ausbringen, müssen mit ihrer Gesundheit teuer dafür bezahlen.

      Die europäischen Staatschefs kritisieren Brasilien nur allzu gerne ob der Brände im Amazonasgebiet - schauen aber wohlweislich weg, wenn ihre eigenen Chemiekonzerne dort gute Geschäfte machen.

      Mehr als die Hälfte aller Pestizide, die vor kurzem auf den brasilianischen Markt kamen, sind in der EU aufgrund ihrer Gefährlichkeit für Gesundheit und Umwelt verboten. Die in Europa hergestellten und zugleich verbotenen Produkte finden auf der Südhalbkugel dankbare Abnehmer. Laut der Schweizer NGO Public Eye erzielen die europäischen Herstellerfirmen durch diese extrem schädlichen Pflanzengifte, die an Entwicklungs- und Schwellenländer verkauft werden, beinahe die Hälfte ihres Gesamtumsatzes.

      Der Dokumentarfilm zeigt, dass sich die europäische Politik kaum mit diesem Thema befasst. An den Grenzen wird kaum kontrolliert, die Gesetzgebung nimmt chemische Rückstände in Lebensmitteln in Kauf und die wirtschaftlichen Akteure sind vor allem bemüht, ihren eigenen Status quo beizubehalten.

      Themenabend: Pestizide – Profit außer Kontrolle
      Das Insektensterben hat in den letzten 30 Jahren dramatisch zugenommen. Eine der Ursachen sind Neonikotinoide – ein hoch schädliches Insektengift, das unsere gesamte Nahrungskette und das Tierreich bedroht. Wie gezielt die groβen Chemiekonzerne Forschung und Politik unter Druck setzen, um eine strengere Regulierung zu verhindern, zeigt die Investigation „Insektenkiller – Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören“.

      Wie in Europa bereits verbotene Chemikalien dann doch wieder auf unseren Tellern landen können, enthüllt die zweite Dokumentation des Abends „Pestizide – Europas zynischer Giftexport“.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.11.2022