• 24.06.2022
      11:10 Uhr
      Süchtig nach Schmerzmitteln Die Opioid-Krise in den USA | arte
       

      Überdosen an Schmerzmitteln sind für knapp 200.000 Todesfälle in den USA verantwortlich - allein in den letzten fünf Jahren. Diese opioidhaltigen Medikamente wirken schnell, machen aber süchtig.
      Mittlerweile lässt sich die Opioid-Krise nicht mehr als rein amerikanisches Phänomen verdrängen. Auch in Deutschland und Frankreich hat der Einsatz dieser Schmerzstiller in den letzten zehn Jahren zugenommen. Die Dokumentation zeigt, wie es zu der Krise in den USA kommen konnte und welche Gefahren Deutschland und Frankreich drohen, wenn auch hier die Verschreibungen und der Missbrauch von starken Opioiden zunehmen.

      Freitag, 24.06.22
      11:10 - 12:05 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Überdosen an Schmerzmitteln sind für knapp 200.000 Todesfälle in den USA verantwortlich - allein in den letzten fünf Jahren. Diese opioidhaltigen Medikamente wirken schnell, machen aber süchtig.
      Mittlerweile lässt sich die Opioid-Krise nicht mehr als rein amerikanisches Phänomen verdrängen. Auch in Deutschland und Frankreich hat der Einsatz dieser Schmerzstiller in den letzten zehn Jahren zugenommen. Die Dokumentation zeigt, wie es zu der Krise in den USA kommen konnte und welche Gefahren Deutschland und Frankreich drohen, wenn auch hier die Verschreibungen und der Missbrauch von starken Opioiden zunehmen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Carmen Butta
      Carmen Butta

      Überdosen an Schmerzmitteln sind für knapp 200.000 Todesfälle in den USA verantwortlich - allein in den letzten fünf Jahren. Diese Schmerzmittel enthalten Opioide - künstliches Morphin. Sie wirken schnell, zuverlässig und machen süchtig. Die Opioid-Epidemie zerstörte Familien und ganze Gemeinden, legte in vielen Regionen die Wirtschaft lahm. Das Phänomen betrifft alle Altersgruppen und sozialen Schichten.
      Zwar sind die meisten Arztpraxen und Kliniken, in denen Jahre lang millionenfach Opioide verschrieben wurden, mittlerweile geschlossen, und eine Welle von Klagen hat Ärzte, Apotheker, Großhändler und Hersteller der Pharma-Industrie überzogen. Doch seitdem floriert der Schwarzmarkt auf der Straße und im Darknet.

      Das opioidhaltige Schmerzmittel OxyContin brachte dem Pharmakonzern Purdue über 35 Milliarden Euro Gewinn. Als völlig unbedenklich wurde es vermarktet. In Wirklichkeit kann OxyContin, wie auch weitere in den USA massiv verschriebene Schmerzmittel wie Fentanyl, schon nach kurzer Zeit abhängig machen.

      Mittlerweile lässt sich die Opioid-Krise nicht mehr als rein amerikanisches Phänomen verdrängen. Auch in Deutschland hat die von Ärzten verschriebene Menge an opioidhaltigen Schmerzmitteln zwischen 2006 und 2015 um knapp ein Drittel zugenommen. Und auch in Frankreich weist die Kurve der Verordnungen von starken Opioiden steil nach oben.

      Die Dokumentation rekonstruiert die Hintergründe der Gesundheitskatastrophe in den USA aus erster Hand und schildert die Situation in Deutschland und Frankreich.

      Überdosen an Schmerzmitteln sind für knapp 200.000 Todesfälle in den USA verantwortlich - allein in den letzten fünf Jahren. Diese Schmerzmittel enthalten Opioide - künstliches Morphin. Sie wirken schnell, zuverlässig und machen süchtig. Die Opioid-Epidemie zerstörte Familien und ganze Gemeinden, legte in vielen Regionen die Wirtschaft lahm. Das Phänomen betrifft alle Altersgruppen und sozialen Schichten.
      Zwar sind die meisten Arztpraxen und Kliniken, in denen Jahre lang millionenfach Opioide verschrieben wurden, mittlerweile geschlossen, und eine Welle von Klagen hat Ärzte, Apotheker, Großhändler und Hersteller der Pharma-Industrie überzogen. Doch seitdem floriert der Schwarzmarkt auf der Straße und im Darknet.

      Das opioidhaltige Schmerzmittel OxyContin brachte dem Pharmakonzern Purdue über 35 Milliarden Euro Gewinn. Als völlig unbedenklich wurde es vermarktet. In Wirklichkeit kann OxyContin, wie auch weitere in den USA massiv verschriebene Schmerzmittel wie Fentanyl, schon nach kurzer Zeit abhängig machen.

      Mittlerweile lässt sich die Opioid-Krise nicht mehr als rein amerikanisches Phänomen verdrängen. Auch in Deutschland hat die von Ärzten verschriebene Menge an opioidhaltigen Schmerzmitteln zwischen 2006 und 2015 um knapp ein Drittel zugenommen. Und auch in Frankreich weist die Kurve der Verordnungen von starken Opioiden steil nach oben.

      Die Dokumentation rekonstruiert die Hintergründe der Gesundheitskatastrophe in den USA aus erster Hand und schildert die Situation in Deutschland und Frankreich.

      Themenabend: Krankes System – kranker Mensch?
      Unsere Gesundheit ist seit zwei Jahren Aufmacher in allen Medien. Doch neben Covid-19 gibt es weitere massive Bedrohungen der globalen Gesundheit. Was vor fast 100 Jahren als Retter der Menschen gefeiert wurde, hat seinen Zenit überschritten: Antibiotika. Resistente Keime gibt es überall auf der Welt. Multiresistente Tuberkulose hat sich in 120 Ländern ausgebreitet. Jedes Jahr sterben 1,6 Millionen Menschen an der Infektionskrankheit Nummer eins. Expertinnen und Experten prognostizieren, dass Antibiotikaresistenz in Zukunft weltweit 10 Millionen Tote pro Jahr fordern wird.
      Der Film „Stille Pandemie“ erzählt von Menschen, die Opfer der Antibiotikaresistenz geworden sind. Jedes einzelne Schicksal verdeutlicht, warum es so wichtig ist, sorgsam mit Antibiotika umzugehen und die Diagnostik zu verbessern, wenn man auch in Zukunft Leben retten will.

      Zu einem anderen Massensterben kam es in den USA: Der Opioiden-Albtraum, der die USA heimgesucht hat, ist ein einmaliges Beispiel von auf die Spitze getriebenem Neoliberalismus. Allein 2017 sind 66.000 US-Amerikanerinnen und Amerikaner an einer Opioid-Überdosis gestorben – weitaus mehr, als im Vietnam- und in den beiden Irakkriegen gefallen sind. Einzelnen Pharmaunternehmen gelang es, demokratische Institutionen, die Politik und die Gesetzgebung zu kontrollieren, um ihre Interessen durchzusetzen. Zur Profitmaximierung wurden dabei Millionen Bürgerinnen und Bürger auf Rezept süchtig gemacht. Die Dokumentation „Süchtig nach Schmerzmitteln“ beleuchtet ebenfalls die Vermarktung der Medikamente in Europa.

      Die Investigation „Genlabor Afrika – Die Geschäfte des Bill Gates“ führt in die neue Welt des Philanthrokapitalismus, in dem Profitgier als humanitäre Hilfe getarnt wird. Programme, die den Hunger in Afrika besiegen sollen, sorgen ganz nebenbei dafür, genmanipulierte Pflanzen auf dem Kontinent zu verbreiten.

      Themenabend: Krankes System – kranker Mensch?
      Unsere Gesundheit ist seit zwei Jahren Aufmacher in allen Medien. Doch neben Covid-19 gibt es weitere massive Bedrohungen der globalen Gesundheit. Was vor fast 100 Jahren als Retter der Menschen gefeiert wurde, hat seinen Zenit überschritten: Antibiotika. Resistente Keime gibt es überall auf der Welt. Multiresistente Tuberkulose hat sich in 120 Ländern ausgebreitet. Jedes Jahr sterben 1,6 Millionen Menschen an der Infektionskrankheit Nummer eins. Expertinnen und Experten prognostizieren, dass Antibiotikaresistenz in Zukunft weltweit 10 Millionen Tote pro Jahr fordern wird.
      Der Film „Stille Pandemie“ erzählt von Menschen, die Opfer der Antibiotikaresistenz geworden sind. Jedes einzelne Schicksal verdeutlicht, warum es so wichtig ist, sorgsam mit Antibiotika umzugehen und die Diagnostik zu verbessern, wenn man auch in Zukunft Leben retten will.

      Zu einem anderen Massensterben kam es in den USA: Der Opioiden-Albtraum, der die USA heimgesucht hat, ist ein einmaliges Beispiel von auf die Spitze getriebenem Neoliberalismus. Allein 2017 sind 66.000 US-Amerikanerinnen und Amerikaner an einer Opioid-Überdosis gestorben – weitaus mehr, als im Vietnam- und in den beiden Irakkriegen gefallen sind. Einzelnen Pharmaunternehmen gelang es, demokratische Institutionen, die Politik und die Gesetzgebung zu kontrollieren, um ihre Interessen durchzusetzen. Zur Profitmaximierung wurden dabei Millionen Bürgerinnen und Bürger auf Rezept süchtig gemacht. Die Dokumentation „Süchtig nach Schmerzmitteln“ beleuchtet ebenfalls die Vermarktung der Medikamente in Europa.

      Die Investigation „Genlabor Afrika – Die Geschäfte des Bill Gates“ führt in die neue Welt des Philanthrokapitalismus, in dem Profitgier als humanitäre Hilfe getarnt wird. Programme, die den Hunger in Afrika besiegen sollen, sorgen ganz nebenbei dafür, genmanipulierte Pflanzen auf dem Kontinent zu verbreiten.

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