• 25.05.2022
      05:00 Uhr
      Riccardo Chailly dirigiert Tschaikowsky: Symphonie Nr. 4 Frankreich/Italien 2022 | arte
       

      Am 10. Februar 1878 erlebte Tschaikowskys vierte Symphonie in f-Moll ihre Uraufführung in Moskau unter der Leitung von Nikolai Rubinstein. Entstanden ist das Opus 36 parallel zu Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ in einer der schwierigsten Lebensphasen des Komponisten. Am 18. Dezember 2021 dirigierte Riccardo Chailly, musikalischer Leiter der Mailänder Scala, Tschaikowskys wohl düsterste Symphonie.

      Mittwoch, 25.05.22
      05:00 - 06:10 Uhr (70 Min.)
      70 Min.
      Stereo

      Am 10. Februar 1878 erlebte Tschaikowskys vierte Symphonie in f-Moll ihre Uraufführung in Moskau unter der Leitung von Nikolai Rubinstein. Entstanden ist das Opus 36 parallel zu Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ in einer der schwierigsten Lebensphasen des Komponisten. Am 18. Dezember 2021 dirigierte Riccardo Chailly, musikalischer Leiter der Mailänder Scala, Tschaikowskys wohl düsterste Symphonie.

       

      „Die vierte Symphonie ist meinem Wesen entsprungen und mit echter Inspiration vom Beginn bis zum Ende geschrieben. Mit Liebe und glühender Begeisterung. Es ist darin kein Strich, der nicht meinen aufrichtigsten Gefühlen entstammt.“ So schrieb Peter Tschaikowsky 1877 an seine Mäzenin und Vertraute Nadeschda von Meck, der er die Symphonie widmete. Auf ihren Wunsch hin hat der Komponist zu jedem der vier Sätze eine Erläuterung verfasst, die eine Deutung dieser vierten Symphonie als Reflex seiner düsteren Innenwelt rechtfertigen.

      Im ersten Satz wird das Thema Fatum erläutert, schreibt der Komponist, „die schicksalhafte Kraft, die verhindert, dass das Streben nach Glück zum Erfolg führt“. Es folgt ein Andantino, das „eine andere Phase der Angst (...) zeigt, den melancholischen Zustand, den man am Abend erlebt, wenn man nach der Arbeit allein und müde ist“. Nach den „kapriziösen Arabesken“ des Scherzos, die „die erste Phase des Rausches“ heraufbeschwören, zeichnet das abschließende Allegro „das Bild eines großen Volksfestes“.

      Der Briefwechsel zwischen Nadeschda von Meck und Peter Tschaikowsky ist einer der umfassendsten der Musikgeschichte. Die Musikliebhaberin hatte sich entschlossen, den damals noch nicht so erfolgreichen Komponisten finanziell zu unterstützen. So konnte er seine Lehrtätigkeit aufgeben und sich ganz dem Komponieren widmen.

      1877 hatte Tschaikowsky eine seiner Schülerinnen, Antonina Miljukowa, geehelicht, ohne sie näher zu kennen. Für den Komponisten war es wohl eine Flucht vor seiner Homosexualität in ein bürgerlich akzeptiertes Leben. Die Ehe brachte den beiden kein Glück und zerbrach nach nur wenigen Wochen - auch wenn sie offiziell nie aufgelöst wurde. Unter diesen Eindrücken entstand die vierte Symphonie, die im Februar 1878 unter Nikolai Rubinstein zur Uraufführung kam. Am 18. Dezember 2021 dirigierte Riccardo Chailly, musikalischer Leiter der Mailänder Scala, Tschaikowskys wohl düsterste Symphonie.

      „Die vierte Symphonie ist meinem Wesen entsprungen und mit echter Inspiration vom Beginn bis zum Ende geschrieben. Mit Liebe und glühender Begeisterung. Es ist darin kein Strich, der nicht meinen aufrichtigsten Gefühlen entstammt.“ So schrieb Peter Tschaikowsky 1877 an seine Mäzenin und Vertraute Nadeschda von Meck, der er die Symphonie widmete. Auf ihren Wunsch hin hat der Komponist zu jedem der vier Sätze eine Erläuterung verfasst, die eine Deutung dieser vierten Symphonie als Reflex seiner düsteren Innenwelt rechtfertigen.

      Im ersten Satz wird das Thema Fatum erläutert, schreibt der Komponist, „die schicksalhafte Kraft, die verhindert, dass das Streben nach Glück zum Erfolg führt“. Es folgt ein Andantino, das „eine andere Phase der Angst (...) zeigt, den melancholischen Zustand, den man am Abend erlebt, wenn man nach der Arbeit allein und müde ist“. Nach den „kapriziösen Arabesken“ des Scherzos, die „die erste Phase des Rausches“ heraufbeschwören, zeichnet das abschließende Allegro „das Bild eines großen Volksfestes“.

      Der Briefwechsel zwischen Nadeschda von Meck und Peter Tschaikowsky ist einer der umfassendsten der Musikgeschichte. Die Musikliebhaberin hatte sich entschlossen, den damals noch nicht so erfolgreichen Komponisten finanziell zu unterstützen. So konnte er seine Lehrtätigkeit aufgeben und sich ganz dem Komponieren widmen.

      1877 hatte Tschaikowsky eine seiner Schülerinnen, Antonina Miljukowa, geehelicht, ohne sie näher zu kennen. Für den Komponisten war es wohl eine Flucht vor seiner Homosexualität in ein bürgerlich akzeptiertes Leben. Die Ehe brachte den beiden kein Glück und zerbrach nach nur wenigen Wochen - auch wenn sie offiziell nie aufgelöst wurde. Unter diesen Eindrücken entstand die vierte Symphonie, die im Februar 1878 unter Nikolai Rubinstein zur Uraufführung kam. Am 18. Dezember 2021 dirigierte Riccardo Chailly, musikalischer Leiter der Mailänder Scala, Tschaikowskys wohl düsterste Symphonie.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.09.2022