• 09.10.2013
      20:15 Uhr
      Das fehlende Bild arte
       

      Im Alter von 13 Jahren verliert der Kambodschaner Rithy Panh seine gesamte Familie. Sie fällt dem Terrorregime der Roten Khmer zum Opfer. In seinem Dokumentarfilm lässt er die zerstörte Kindheit wieder auferstehen und liefert aus der Perspektive des Ich-Erzählers eine ergreifende Schilderung dieses Genozids, von dem es keine Bilder gibt. Der Regisseur sucht nach seiner Kindheit wie nach einem verlorenen Bild. Im Alter von nun knapp 50 Jahren scheint sie förmlich nach ihm zu rufen. Wie eine riesige Welle überrollt ihn seine Vergangenheit, die er mit Hilfe bemalter, handgeformter Tonfiguren zum Leben erweckt.

      Mittwoch, 09.10.13
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Im Alter von 13 Jahren verliert der Kambodschaner Rithy Panh seine gesamte Familie. Sie fällt dem Terrorregime der Roten Khmer zum Opfer. In seinem Dokumentarfilm lässt er die zerstörte Kindheit wieder auferstehen und liefert aus der Perspektive des Ich-Erzählers eine ergreifende Schilderung dieses Genozids, von dem es keine Bilder gibt. Der Regisseur sucht nach seiner Kindheit wie nach einem verlorenen Bild. Im Alter von nun knapp 50 Jahren scheint sie förmlich nach ihm zu rufen. Wie eine riesige Welle überrollt ihn seine Vergangenheit, die er mit Hilfe bemalter, handgeformter Tonfiguren zum Leben erweckt.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Rithy Panh

      Der Kambodschaner Rithy Panh ist gerade einmal 13 Jahre alt, als die Roten Khmer den Großteil seiner Familie auslöschen. Tag für Tag wird er im Arbeitslager mit Tod und Grauen konfrontiert. Mit einem Schlag vertreibt der Völkermord ein friedliches Glück - ein Leben mit Musik und einer liebevollen Familie - und die Erinnerungen an das für immer Verlorene sind nur schwer zu ertragen. Die Bilder des Genozids und des Elternhauses in Phnom Penh haben sich in sein Gedächtnis eingebrannt, doch reale Aufnahmen der damaligen Zeit gibt es nicht. Daher greift der Filmemacher auf eine ganz eigene Methode zurück.

      Ein Mensch, so sagt er, das seien Erde, Wasser, Reisfelder und Erinnerungen. Man könne ihn wachrufen, solange man nur den Willen dazu habe. Er denke beispielsweise an den weißen Anzug und die dunkle Krawatte seines Vaters, den er einfach nur in die Arme schließen möchte. Mit Hilfe der Magie des Kinos und der schlichten Kommentare werden bemalte, handgeformte Tonfiguren zum Leben erweckt und um Accessoires und einen Hintergrund ergänzt. In emotionsreichen Bildern gelingt es Rithy Panh, das auszudrücken, was für viele nach wie vor unaussprechlich ist: das tagtägliche Leiden, der Schmerz der Überlebenden, die Liebe für die Verstorbenen.

      Viel menschlicher als ein Archivbild es sein könnte, veranschaulichen die winzigen Tonfiguren die Unmenschlichkeit des vierjährigen Terrorregimes der Roten Khmer. Mit viel Feingefühl, Humor und der erschütternden Poesie seiner Tonfiguren gibt der Filmemacher dem Zuschauer Einblick in die Verletzlichkeit des Menschen Rithy Panh. Er zeigt seinen ganz eigenen Kampf gegen das Schweigen und Vergessen, dass alle Peiniger der Welt seit jeher durchzusetzen versuchen.

      Rithy Panh drehte bereits 20 Filme, Dokumentationen und fiktionale Werke, in denen es direkt oder indirekt um den Genozid und seine immer wiederkehrenden Geister geht. Doch erst mit "Das fehlende Bild" erzählt er seine eigene Geschichte und die seiner Verwandten aus einer ganz persönlichen Perspektive.

      Gemeinsam mit dem Schriftsteller Christophe Bataille, der die Kommentare zu dem Dokumentarfilm verfasste, gelingt es ihm, die Ereignisse in dem 2013 auch auf Deutsch erschienenen aufwühlenden Buch "Auslöschung" zu beschreiben. Dort erläutert er, wie die Konfrontation mit "Genosse Duch" alias Kaing Guek Eav, dem Leiter des Gefängnisses S-21, in dem die Roten Khmer Zehntausende folterten und hinrichteten, ihn in die Abgründe der Vergangenheit versinken ließ. Er musste sich mit seiner eigenen Tragödie auseinandersetzen und sie in diesem Bericht verarbeiten. Nach 25 Jahren unermüdlicher Suche nach der Wahrheit über das Regime der Roten Khmer findet er heute den Mut, sein eigenes Leben zu zeigen.

      Der Regisseur und Autor Rithy Panh erhielt für diesen Film beim Filmfestival in Cannes 2013 den "Prix un Certain Regard" und beim Jerusalem Film Festival 2013 den "In Spirit for Freedom Award".

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      Mittwoch, 09.10.13
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

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