• 22.01.2022
      20:15 Uhr
      Geheimnisvolle Orte: Am Wannsee Deutschland 2011 | tagesschau24
       

      Thema: 80. Jahrestag Wannseekonferenz

      Es ist viel passiert am Wannsee. Ein Ort zwischen Idylle und Schrecken. Hier spürt man die Zerrissenheit, die Ängste, aber auch die Freuden des 20. Jahrhunderts. Auf der einen Seite das quirlige Strandbad, auf der anderen die Villen der gediegenen Berliner Gesellschaft. Eine idyllische Gegend - und eine Gegend mit viel Geschichte.

      Samstag, 22.01.22
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Thema: 80. Jahrestag Wannseekonferenz

      Es ist viel passiert am Wannsee. Ein Ort zwischen Idylle und Schrecken. Hier spürt man die Zerrissenheit, die Ängste, aber auch die Freuden des 20. Jahrhunderts. Auf der einen Seite das quirlige Strandbad, auf der anderen die Villen der gediegenen Berliner Gesellschaft. Eine idyllische Gegend - und eine Gegend mit viel Geschichte.

       

      Es ist viel passiert am Wannsee. Ein Ort zwischen Idylle und Schrecken. Hier spürt man die Zerrissenheit, die Ängste, aber auch die Freuden des 20. Jahrhunderts. Auf der einen Seite das quirlige Strandbad, auf der anderen die Villen der gediegenen Berliner Gesellschaft.

      In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nisteten sich Nazis in zahlreiche Wannsee-Villen ein. Die Besitzer mussten fliehen, weil sie jüdischer Herkunft waren. Aus der einstigen „Colonie Alsen“, dem Sommersitz reicher Großbürger, wurde ein bedeutender Standort des Sicherheitsdienstes der SS.

      Im herrschaftlichen Landhaus Oppenheim wurde ein geheimes Institut eingerichtet, um die Ausbeutung Osteuropas vorzubereiten. Im „Haus der Wannseekonferenz“ koordinierten die Nationalsozialisten die Vernichtung der europäischen Juden, während jüdische Kinder und Jugendliche unter Bewachung der SS die Gärten der Umgebung pflegten.

      Nur ein paar hundert Meter weiter liegt ein Hochbunker, von dem aus im Zweiten Weltkrieg die Berliner Luftverteidigung koordiniert wurde. Nach dem Krieg wurde er zum „Notfallkrankenhaus“ umgebaut. Bis zu 600 Menschen sollten hier einen Atomangriff überleben können.

      In den Nachkriegsjahren entdeckten amerikanische Soldaten die Vorzüge des Wannsees - und verliebten sich in deutsche Fräuleins. Ursula Buchwitz-Wiebach, die Enkelin des legendären Droschkenkutschers „Eiserner Gustav“, erzählt von einer solchen „unmöglichen Liebesgeschichte“. Peter Zander, der schöne Kindertage im exklusiven „Seglerhaus“ erlebte, erinnert sich an die Ausgrenzung seiner Familie und den schweren Gang ins Exil. Und Peter Rieck berichtet, wie 1948 Luftbrücken-Flugzeuge hier „wasserten“.

      „Am Wannsee" führt an Schauplätze, die kaum bekannt sind.

      Ein Film von Karin Reiss

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