• 28.01.2022
      02:25 Uhr
      Kulturzeit extra: Auschwitz und wir - Wie der Shoah gedenken? Moderation: Cécile Schortmann | ARD alpha
       

      Die Deutschen galten als Musterschüler bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Wie weit klaffen angesichts zunehmendem Antisemitismus und Geschichtsverdrossenheit Schein und Sein auseinander?

      Der internationale Holocaustgedenktag am 27. Januar erinnert an die Opfer und mahnt die heute Lebenden. Doch was, wenn dieses Gedenken große Teile der Gesellschaft nicht mehr erreicht? "Kulturzeit-extra: Auschwitz und wir" fragt nach den Folgen.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 28.01.22
      02:25 - 03:05 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

      Die Deutschen galten als Musterschüler bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Wie weit klaffen angesichts zunehmendem Antisemitismus und Geschichtsverdrossenheit Schein und Sein auseinander?

      Der internationale Holocaustgedenktag am 27. Januar erinnert an die Opfer und mahnt die heute Lebenden. Doch was, wenn dieses Gedenken große Teile der Gesellschaft nicht mehr erreicht? "Kulturzeit-extra: Auschwitz und wir" fragt nach den Folgen.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Cécile Schortmann

      Die Deutschen galten als Musterschüler bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Wie weit klaffen angesichts zunehmendem Antisemitismus und Geschichtsverdrossenheit Schein und Sein auseinander?

      Der internationale Holocaustgedenktag am 27. Januar erinnert an die Opfer und mahnt die heute Lebenden. Doch was, wenn dieses Gedenken große Teile der Gesellschaft nicht mehr erreicht? "Kulturzeit-extra: Auschwitz und wir" fragt nach den Folgen.

      Welche Wirkung geht von den Gedenktagen heute noch aus mit ihren fast schon ritualisierten Kranzniederlegungen, Veranstaltungen mit Zeitzeugen, alljährlich wiederkehrenden Berichten über die Gedenkarbeit in Konzentrationslagern? 70 Prozent der befragten Deutschen verbinden mit dem Datum 27. Januar nichts, beim 9. November denken nur 13 Prozent an die Reichspogromnacht.

      Bei der Mitte-Studie ärgerten sich 2018/19 gut die Hälfte der Befragten darüber, dass den Deutschen heute noch Verbrechen an den Juden vorgehalten würden. "Der Glaube an eine tatsächliche Aufarbeitung der Vergangenheit ist nichts weniger als die größte Lebenslüge der Bundesrepublik", zu diesem radikalen Schluss kommt Samuel Salzborn, Politologe und seit letztem Jahr Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin.

      Wie nachhaltig ist die Erinnerungskultur? Die historische Botschaft erreicht längst nicht die gesamte Gesellschaft und ihre Mahnung reicht offensichtlich nicht aus, um zu verhindern, dass Antisemitismus offener und vermehrt zu Tage tritt. "Du Jude" gehöre heute zu den häufigsten Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen, zu diesem Ergebnis kommt die Frankfurter Soziologin Julia Bernstein in einer Studie. Und nicht erst seit dem Anschlag in Halle denken Juden in Deutschland vermehrt über Auswanderung nach.

      An der Problematik der Gedenktage offenbart sich eine grundlegende Frage: Wie steht es um die Erinnerungskultur und die Mahnung der Shoah für die Gegenwart? Darüber diskutiert Moderatorin Cécile Schortmann in "Kulturzeit-extra. Auschwitz und wir" unter anderem mit Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Und sie fragt: Liegt in den Möglichkeiten digitaler Medien nicht auch eine Chance?

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 28.01.22
      02:25 - 03:05 Uhr (40 Min.)
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