• 23.01.2022
      06:00 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Geisterstädte in der Wüste - Humberstone und Santa Laura, Chile | SR Fernsehen
       

      Eine Geisterstadt, seit mehr als vier Jahrzehnten verlassen: Humberstone. Hier lebten Menschen, die für die Salpetermine Santiago Humberstone arbeiteten. In Sichtweite von Humberstone erscheint sie wie ein vorzeitliches Ungetüm neben der Panamericana: die oficina Santa Laura. Eine verlassene Salpeterfabrik. Salpeter wurde für Düngemittel abgebaut, mit der Erfindung des künstlichen Düngers begann der Niedergang.

      Sonntag, 23.01.22
      06:00 - 06:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Eine Geisterstadt, seit mehr als vier Jahrzehnten verlassen: Humberstone. Hier lebten Menschen, die für die Salpetermine Santiago Humberstone arbeiteten. In Sichtweite von Humberstone erscheint sie wie ein vorzeitliches Ungetüm neben der Panamericana: die oficina Santa Laura. Eine verlassene Salpeterfabrik. Salpeter wurde für Düngemittel abgebaut, mit der Erfindung des künstlichen Düngers begann der Niedergang.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Christian Romanowski
      Autor Christian Romanowski

      Eine Geisterstadt, seit mehr als vier Jahrzehnten verlassen: Humberstone. Das Besondere: Hier gibt es nichts Besonderes. Die Archäolog:innen werden keine Jahrtausende alten Fundamente entdecken, die Kunsthistoriker:innen keine romanischen Gewölbe, keine gotischen Kathedralen und auch kein Renaissanceschloss. Und doch übt der Ort einen besonderen Reiz aus und Besucher:innen werden zu Archäolog:innen und Spurensucher:innen der Kulturgeschichte. Vor einem halben Jahrhundert lebten in Humberstone 3.700 Menschen. Sie waren hierher "in die Pampa" gezogen. Nicht der schönen Landschaft wegen, die der chilenische Dichter Pablo Neruda besang: "Komm mit zu der Reise durch die Wüste, zu der lufthohen Nacht der Pampa", sondern weil sich hier Geld verdienen ließ, als Pampino, als Arbeiter der Salpetermine Santiago Humberstone. Sie lebten von der Außenwelt weitgehend isoliert, in dieser Siedlung aus ebenerdigen, weiß-gekalkten Reihenhäusern, fast wie in einem Ghetto, das eine normale Stadt nachahmte. In Sichtweite von Humberstone erscheint sie wie ein vorzeitliches Ungetüm neben der Panamericana: die oficina Santa Laura. Eine verlassene Salpeterfabrik.
      Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte Chile einen Wirtschafts-Boom verzeichnen. Das Salz, das direkt unter der Wüstenkruste lagerte, wurde abgebaut, der daraus gewonnene Salpeter als Düngemittel auf den Markt gebracht. Salpeter - Natriumnitrat - weißes Gold. Chile stieg zum weltweit führenden Exporteur von Düngemitteln auf und deckte Anfang des 20. Jahrhunderts 65 Prozent des Weltbedarfs. Der Boom brach mit dem Ersten Weltkrieg ein und ging später mit der Entwicklung des künstlichen Düngers zu Ende. 1960 wurde die Anlage Santa Laura stillgelegt, die Gebäude dem Verfall überlassen.

      08.05.2007 SWR/SR

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