• 21.01.2022
      03:40 Uhr
      Leben nach dem Aufprall - Mit Rollstuhl und Wohnmobil in die neue Freiheit SWR Fernsehen RP
       

      Das Fallschirmspringen hat Sandra Lanfrancos Leben bestimmt - dann ging der Schirm nicht richtig auf und der Rettungsschirm verhedderte sich. Nach 18 Operationen will sie unabhängig sein, unterwegs sein, rauskommen, reisen. Dazu braucht sie ein Wohnmobil. Eines, das groß genug ist für sie und ihren Rollstuhl und ihren Hund Lennox. Parallel lernt und übt sie für ihren LKW-Führerschein.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 21.01.22
      03:40 - 04:25 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Das Fallschirmspringen hat Sandra Lanfrancos Leben bestimmt - dann ging der Schirm nicht richtig auf und der Rettungsschirm verhedderte sich. Nach 18 Operationen will sie unabhängig sein, unterwegs sein, rauskommen, reisen. Dazu braucht sie ein Wohnmobil. Eines, das groß genug ist für sie und ihren Rollstuhl und ihren Hund Lennox. Parallel lernt und übt sie für ihren LKW-Führerschein.

       

      Das Fallschirmspringen hat ihr Leben bestimmt - jede freie Minute war sie auf dem Platz. Ihr Freundeskreis bestand fast nur aus Springer:innen, sie war überall in Europa unterwegs - liebte das Gefühl der Freiheit. "Eine fantastische Zeit war das, die möchte ich nie missen", sagt Sandra Lanfranco heute.
      Dann die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft in Eschbach. Sie wurde Dritte, sprang nach der Siegerehrung noch mal "just for fun" - da passierte es: der Schirm ging nicht richtig auf, der Rettungsschirm verhedderte sich. Mit fast 100 km/h prallte Sandra auf der Landebahn auf. Ihr Leben steht auf dem Spiel.

      Es folgten 18 Operationen. Sandra schafft es - aber am Ende steht die Diagnose Querschnittlähmung. Rollstuhl. Zwei Jahre brauchte die freiheitsliebende, unternehmungslustige Frau, um wieder an etwas zu glauben, wieder etwas zu planen.
      Nachdem sie das lange dunkle Tal durchschritten hat, fasst sie wieder Lebensmut: sie will zurück ins Leben, nicht nur ein bisschen, sondern richtig. Unabhängig sein, unterwegs sein, rauskommen, reisen, sich auf Sprungplätzen rumtreiben, als Zuschauerin und Schiedsrichterin.

      Schnell wird klar: für diese Pläne braucht sie ein Wohnmobil. Eines, das groß genug ist für sie und ihren Rollstuhl und ihren Hund Lennox. Er ist 24 Stunden am Tag mit der Sportlerin zusammen, gibt ihr Halt.
      Sandra beginnt zu recherchieren und landet schnell bei einem ausrangierten gelben amerikanischen Schulbus, einem sogenannten Skoolie. Genau das Richtige für sie. Und kultig noch dazu. Gemeinsam mit ihrem Ex-Partner Sebastian und vielen Freund:innen will sie diesen Bus zum behindertengerechten Wohnmobil umbauen. Ein Riesenprojekt.
      Parallel lernt und übt sie für ihren LKW-Führerschein. In ganz Deutschland gibt es für Menschen mit Querschnittlähmung nur eine einzige Fahrschule für LKW.

      Ihr großes Ziel ist eine Reise in die USA. Das Ticket für die Überfahrt ist schon gebucht, aber dann kommt Corona. Kann man überhaupt noch "grenzenlos" reisen? Steht das ganze Projekt auf der Kippe? Wie wird es weiter gehen? Immer und immer wieder muss Sandra vor allem eines haben: Geduld, Geduld, Geduld. "Das habe ich gelernt bei den vielen, vielen Monaten im Krankenhaus, wo ich dachte, es geht keinen Millimeter vorwärts. Aber es geht immer weiter!"

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 21.01.22
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