• 14.05.2022
      11:45 Uhr
      Echt Bauboom im Klimawandel – Bauen mit Abfall | MDR FERNSEHEN
       

      Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale Baustelle. Dr. Steffen Marx zeigt sie uns, weil hier ein besonderes Haus entsteht. Es werden nur gebrauchte Baumaterialien verbaut. Balken, Türen, Fenster und Klinker aus Abrisshäusern. Klimafreundlicher kann man heutzutage gar nicht bauen. Wertvolle Baustoffe, die viel zu oft auf Müllkippen landen - für Steffen Marx von der TU Dresden ist der Kreislauf der Baumaterialien der Schlüssel für klimafreundliches Bauen. Hier lohnt der Blick über den Tellerrand.

      Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale Baustelle. Dr. Steffen Marx zeigt sie uns, weil hier ein besonderes Haus entsteht. Es werden nur gebrauchte Baumaterialien verbaut. Balken, Türen, Fenster und Klinker aus Abrisshäusern. Klimafreundlicher kann man heutzutage gar nicht bauen. Wertvolle Baustoffe, die viel zu oft auf Müllkippen landen - für Steffen Marx von der TU Dresden ist der Kreislauf der Baumaterialien der Schlüssel für klimafreundliches Bauen. Hier lohnt der Blick über den Tellerrand.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Sven Voss

      Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale Baustelle. Dr. Steffen Marx zeigt sie uns, weil hier ein besonderes Haus entsteht. Es werden nur gebrauchte Baumaterialien verbaut. Balken, Türen, Fenster und Klinker aus Abrisshäusern. Klimafreundlicher kann man heutzutage gar nicht bauen. Wertvolle Baustoffe, die viel zu oft auf Müllkippen landen - für Steffen Marx von der TU Dresden ist der Kreislauf der Baumaterialien der Schlüssel für klimafreundliches Bauen. Hier lohnt der Blick über den Tellerrand.

      In Indonesien geht man einen Schritt weiter. Dort verwandelte das Team der Hilfsorganisation Project Wings Plastikmüll zu einem Baustoff. Äußerlich sieht man es nicht. Aber die Wände der Häuser bestehen aus Eco Brics. Das sind mit Plastikmüll befüllte Plastikflaschen. Mit Hilfe von deutschen Bauingenieuren soll so ein ganzes Dorf entstehen, öffentliche Gebäude oder bis zu dreistöckige Wohnhäuser - alles ist möglich. Nach der Einführung eines Pfandsystems wurden die umliegenden Regenwälder dafür von mehr als 200 Tonnen Plastikmüll befreit.

      Aus Sicht von Steffen Marx ist dieses Projekt auch interessant, weil die Häuser allesamt so konstruiert sind, dass sie komplett rückbaubar sind, ohne dass bei einem Abriss Baumaterial auf der Halde landet. Darüber muss auch in Deutschland nachgedacht werden.

      Zum Beispiel beim Klinker. Im Moment liegen gebrannte Ziegelsteine auch im Innenausbau voll im Trend. Sie halten Jahrhunderte und können mehrfach wiederverwendet werden. Doch hier bereitet moderner Mörtel oft Probleme. Durch den sehr hohen Zementanteil lassen sich verbaute Steine heutzutage nur noch schwer voneinander lösen.

      Auch beim Abriss von Betonbauten muss aus Sicht von Steffen Marx umgedacht werden. Die einzelnen Betonelemente werden nicht in neuen Häusern verbaut sondern zerkleinert. Hier gebe es aus Sicht des Dresdener Bauingenieurs ein großes Potenzial zur Materialeinsparung. Anstelle von Beton könnte ohnehin wieder stärker auf den altbewährten und vor allem wiederwendbaren Baustoff Lehm gesetzt werden. Dazu laufen an der TU Dresden im Moment intensive Forschungen: Ein 3-D-Drucker zieht seine ersten Bahnen mit Lehm. Ganze Lehmhäuser oder einzelne Bauelemente mit dem 3-D-Drucker herstellen zu können - ein Meilenstein auf dem Weg zu einem klimafreundlicheren Bauboom.

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